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Prozess · 4 Minuten Lesezeit

Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Realistische Zeitpläne für jede Phase, die häufigsten Gründe für Verzögerungen und was sich beschleunigen lässt.

Die kurze Antwort: Vom Start der Investorenansprache bis zur Kaufpreiszahlung vergehen bei mittelständischen Unternehmen typischerweise vier bis neun Monate.

Die längere Antwort ist interessanter, weil die Spannbreite groß ist. Es gibt Prozesse, die nach gut vier Monaten abgeschlossen sind, und solche, die sich weit über ein Jahr hinziehen. Der Unterschied liegt selten an der Größe des Unternehmens und fast immer an der Vorbereitung.

Der realistische Zeitplan
Der realistische Zeitplan

Die Phasen und ihr Zeitbedarf

Rechnet man die Bandbreiten zusammen und berücksichtigt die Überlappungen, ergeben sich etwa vier Monate im günstigen und etwa neun Monate im ungünstigen Fall. Die Bewertung taucht in dieser Aufstellung bewusst nicht als eigene Phase auf. Sie entsteht parallel zur Aufbereitung der Unterlagen und kostet keine zusätzliche Zeit.

Die häufigsten Gründe für Verzögerungen

Fehlende Zahlen. Der mit Abstand häufigste Grund, und ein unspektakulärer. Wenn im Prozess erst noch eine Deckungsbeitragsrechnung erstellt, Bestände bewertet oder drei Jahre in eine einheitliche Struktur gebracht werden müssen, kostet das sechs bis zwölf Wochen. Diese Zeit ist vollständig vermeidbar.

Das Tagesgeschäft. Der Inhaber ist während des gesamten Prozesses auch derjenige, der das Unternehmen führt. In arbeitsintensiven Phasen, vor allem während der Prüfung, kollidiert beides. Wer keine zweite Person hat, die den Prozess trägt, verlangsamt ihn zwangsläufig.

Unklarheit auf Verkäuferseite. Mehrere Gesellschafter mit unterschiedlichen Vorstellungen, eine unklare Haltung zur eigenen Rolle nach dem Verkauf, oder eine Preiserwartung, die sich erst im Prozess formt. Jede dieser Unklarheiten kostet Wochen, weil sie Entscheidungen aufschiebt.

Befunde in der Prüfung, die zusätzliche Untersuchungen auslösen. Ein offenes steuerliches Thema oder eine ungeklärte Eigentumslage bei Schutzrechten kann einen Prozess um zwei Monate verlängern.

Behördliche Verfahren, vor allem kartellrechtliche Anmeldungen. Planbar, aber nicht beschleunigbar.

Ein Käufer, der es nicht eilig hat. Manche Interessenten arbeiten bewusst langsam, weil Zeitdruck auf Verkäuferseite die Verhandlungslage verändert. Ein klar kommunizierter Zeitplan und feste Fristen sind das übliche Gegenmittel.

Was den Prozess beschleunigt

Die Zahlen vorher aufbereiten. Der wirksamste einzelne Hebel.

Den Datenraum vor der Ansprache aufbauen, nicht erst, wenn die Prüfung beginnt.

Eine benannte Person im Unternehmen, die den Prozess koordiniert und Rückfragen bündelt.

Interessenten parallel und im gleichen Takt ansprechen, statt nacheinander. Nacheinander vervielfacht die Dauer.

Die kaufmännisch wichtigen Punkte früh klären, spätestens in der Absichtserklärung.

Klare Fristen setzen und sie auch einhalten.

Wenn Geschwindigkeit dem Ergebnis schadet

Es gibt einen Punkt, an dem Tempo teuer wird. Wer nur einen einzigen Interessenten anspricht, weil das schneller geht, verzichtet auf jede zweite Einschätzung des Werts. Wer eine sehr kurze Exklusivität einräumt, um Zeit zu sparen, kann in der Nachverhandlung schlechter dastehen. Und wer den Prozess startet, bevor die eigenen Zahlen belastbar sind, verliert die gewonnene Zeit in der Prüfungsphase doppelt zurück.

Sinnvolle Beschleunigung setzt vor dem Prozess an, nicht während seiner Ausführung.

Der richtige Vorlauf

Wer einen bestimmten Zeitpunkt für seinen Ausstieg im Kopf hat, sollte etwa neun bis zwölf Monate vorher mit der Vorbereitung beginnen. Das heißt nicht, dass man so lange mit dem ersten Gespräch warten sollte. Im Gegenteil: Eine frühe Standortbestimmung zeigt, welche der Punkte überhaupt Arbeit erfordern. Bei vielen Unternehmen ist die Antwort, dass sie deutlich schneller startbereit sind, als der Inhaber vermutet hat.

Wenn es schnell gehen muss, etwa aus gesundheitlichen Gründen, ist ein Verkauf trotzdem möglich. Die Themen, für die keine Zeit mehr bleibt, werden dann über die Struktur des Vertrags geregelt statt über Vorbereitung.

Häufige Fragen

Was ist der schnellste realistische Zeitraum? Etwa vier Monate, wenn die Zahlen aufbereitet sind, ein passender Käufer bereits bekannt ist und keine behördlichen Verfahren nötig sind.

Warum dauert die Prüfung so lange? Weil mehrere Beraterteams parallel arbeiten und ihre Fragen von Menschen beantwortet werden müssen, die gleichzeitig ein Unternehmen führen.

Kann ich den Prozess pausieren? Grundsätzlich ja, es kostet aber Glaubwürdigkeit. Interessenten, die aus einem pausierten Prozess entlassen wurden, kommen selten mit derselben Preisbereitschaft zurück.

Wie viel Zeit kostet mich das persönlich? In ruhigen Phasen wenige Stunden pro Woche. Während der Prüfung und der Vertragsverhandlung deutlich mehr, in Spitzenwochen ein bis zwei Tage.

Nächster Schritt

Eine erste Wertspanne bekommen Sie in zwei Minuten im Rechner. Für alles Weitere reicht ein Gespräch.